Zaunkönig, Vogel des Jahres 2012

 

Zaunkönig

 

 

Vogel des Jahres 2012

 

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz hat den Zaunkönig zum Vogel des Jahres 2012 gekürt. Der kleine Winzling mit der lauten Stimme ist auf unterholzreiche Wälder mit viel Totholz angewiesen.

Charakteristische Merkmale des Zaunkönigs sind seine geringe Grösse und seine aufgerichteten Schwanzfedern sowie sein spitzer, leicht gebogener Schnabel, welcher ihn als Insektenfresser ausweist. Mit Vorliebe ernährt er sich von Spinnen, Weberknechten, Motten, Fliegen und anderen Insekten. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt: Das Gefieder ist rostbraun mit einer dunklen Querbänderung, über dem Auge trägt der Zaunkönig einen weissen Streifen. Der Schwanzfedern sind ein charakteristisches Kennzeichen des Zaunkönigs.

Der Zaunkönig gehört zur Familie der Zaunkönige (Troglodytidae), insektenfressende Singvögel mit vorwiegend braunem, gewöhnlich teilweise dunkel quergebändertem Gefieder. In der Alten Welt gibt es nur eine Art, alle übrigen knapp 60 Arten sind amerikanisch. Die meisten bauen geschlossene Nester. Der Zaunkönig erreicht im adulten Zustand eine Körpergröße von 9,5cm. Er ist ein kleiner, runder, dicht gebänderter brauner Vogel mit kurzem, gestelztem, rotbraunem Schwänzchen.

Der Zaunkönig gehört in der Schweiz mit einem Bestand von 250'000 bis 350'000 Brutpaaren bis jetzt nicht zu den gefährdeten Vogelarten. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, kann einiges für den Zaunkönig getan, beziehungsweise nicht getan werden. Im Wald profitieren der Zaunkönig und mit ihm eine Vielzahl anderer Tiere, wenn beispielsweise Asthaufen oder umgestürzte Bäume liegen gelassen oder abgestorbene Bäume nicht gefällt werden. Ein solch naturnaher, totholzreicher Wald beherbergt eine enorme Artenvielfalt, weshalb der Zaunkönig auch ein Botschafter für die laufende SVS-Kampagne «Biodiversität – Vielfalt im Wald» ist. Auch im Siedlungsraum lassen sich mit Asthaufen und einheimischen Hecken Lebensräume für den Zaunkönig schaffen.

 

Der Zaunkönig ist einer der kleinsten Vögel Europas und der einzige Vertreter seiner Familie ausserhalb Amerikas. Der unscheinbare Vogel, der sich die meiste Zeit in dichtem Gestrüpp versteckt und sich eher hüpfend als fliegend durch das Unterholz bewegt, macht vor allem durch seine laute Stimme auf sich aufmerksam.

In Anbetracht seiner geringen Grösse vermag der Zaunkönig mit einer erstaunlichen Lautstärke zu singen. Sein laut schmetternder Gesang, den er bevorzugt von erhöhten Singwarten aus vorträgt, kann eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel erreichen und ist damit fast so laut wie ein Presslufthammer. Mit dieser gewaltigen Stimme ist der winzige Zaunkönig auf eine Distanz von bis zu 500 Metern hörbar.

Im Frühjahr baut das Zaunkönig-Männchen zunächst etliche Nester im Rohbau und versucht daraufhin, mit seinem Gesang ein Weibchen anzulocken. Das Weibchen inspiziert das Nest und falls es ihm gefällt, kommt es zur Paarung. Daraufhin polstert das Weibchen den Rohbau mit Moos, Haaren und Federn aus und legt fünf bis sieben Eier.

Der König der Vögel

 

Der kleine, unscheinbare Vogel kam bereits bei den Griechen um rund 600 vor Christus zu seinem ehrenhaften Titel als «König der Vögel». In einer Fabel des Äsop wird berichtet, dass die Vögel beschlossen, einen Wettbewerb durchzuführen und denjenigen unter ihnen zum König zu ernennen, welcher am höchsten fliegen könne.

 

Erwartungsgemäss flog der Adler höher als alle Vögel vor ihm, doch als auch ihm die Kraft ausging, da erhob sich der gewiefte Zaunkönig, welcher sich in seinem Gefieder versteckt hatte, flog noch ein kleines Stück höher und rief:

«König bin ich!».


Während das Weibchen beschäftigt ist, macht sich das Männchen daran, weitere Rohbau-Nester zu erstellen und versucht, jedes sich nähernde Weibchen anzulocken. So wurden bei guten Lebensraumver-hältnissen schon Paarungen mit bis zu fünf Weibchen in einer einzigen Brutzeit beobachtet. Je mehr Weibchen ein Männchen hat, umso eher ziehen diese die Jungen bis zum Ausfliegen weitgehend alleine auf.

Bewohner unterholzreicher Wälder mit Totholz

Im Wald bevorzugt der Zaunkönig unterholzreiche Wälder mit viel Totholz, da er seine Nester gerne in Asthaufen, in Wurzeltellern, unter Reisig oder in Höhlungen von Baumstrünken und Stämmen baut. Im Winter trifft man den Zaunkönig auch entlang von Flüssen und Bächen, weil er dort am ehesten Insekten findet. 

 

Falls man in einem Garten die eine oder andere Ecke der Natur überlässt, so kann man den Zaunkönig auch inmitten von Siedlungen beobachten. Aufgeschichtete Asthaufen liebt der Zaunkönig ebenso sehr wie dichte, unterholzreiche Hecken, bestehend aus einheimischen Sträuchern wie zum Beispiel Vogelbeere, Weiss- und Schwarzdorn oder Schwarzem Holunder.

 

 

 

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