Rehwild

 

Das Reh ist die kleinste einheimische Huftierart. Sein feiner Körperbau zeichnet es als so genannten Schlüpfer aus: Seine Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was den Rehen ermöglicht, auch dichtes Unterholz zu durchqueren oder sich darin zu verstecken. Dabei schieben die Hinterbeine den Rest des Körpers nach vorne.

 

Rehwild Jagdkalender

1978 hat der inzwischen verstorbene, seinerzeit sehr angesehene Wildökologe Dr. Hermann Ellenberg die Ergebnisse einer für die jagdliche Praxis unglaublich wertvollen Langzeitstudie veröffentlicht, die sich mit unterschiedlichen Aktivitätszyklen von Rehwild im Jahresverlauf befasste. Leider sind die Ergebnisse dieser Studie vielen Jägern auch heute nicht bekannt. Dieses Manko möchten Prof. Dr. Thomas Grottker mit diesen Hintergrundinformationen beheben, um der jagdlichen Praxis noch ein klein wenig auf die Sprünge zu helfen.

 

Eine Kernbotschaft dieser Studie ist, dass Rehwild  im Jahresverlauf vier Aktivitätszyklen aufweisen. Bei hoher Aktivität sind sie um Einstände und Äsungsflächen herum ständig zu sehen, bei niedriger Aktivität sehr viel seltener. Dr. Grottker hat die Ergebnisse der Studie verfeinert, so dass wir schnell herausfinden können, wann mit hohem Jagderfolg zu rechnen ist.

 

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung der Praxistipps, die mittlerweile schon fast ein halbes Jahrhundert so manchen Jäger fasziniert haben! Also bitte auf den grünen Balken klicken oder mit dem Handy auf den QR-Code:

Das Reh ist ein häufig vorkommendes Wild im Revier. Nur das männliche Rehwild, der Rehbock, trägt ein Geweih als Kopfschmuck (wie Hirsch und Elch). Das Geweih wird im Spätherbst abgeworfen und bildet sich bis im Frühjahr neu. Es fällt jeden Herbst ab. Unter einer Hauthülle, der so genannten Basthaut, beginnt es aber sofort neu zu wachsen. Wenn das Geweih fertig gewachsen ist, vertrocknet die Basthaut. Der Bock streift sie im Frühling durch Reiben („Fegen") an Büschen und jungen Bäumen ab.

 

Fegen ist in der Jägersprache das Abreiben der Geweihhaut (des Bastes), von den ausgebildeten Gehörnen der Rehböcke an Bäumen und Sträuchern.

 

Dazu wählen sich die einzelnen Tiere einen ihrer Stärke entsprechenden Stamm vom schwachen Bewuchs bis zur armstarken Stange, so dass anhand der Dicke der Stange und an der Höhe, bis zu welcher z. B. der Hirsch gereicht hat, ungefähr die Stärke des Tieres abgeschätzt werden kann. Die durch das Fegen abgelöste Rinde bleibt in kleinen Fetzen an den Stämmen hängen, während Rindenentblössungen, die durch Fressschäden (Schälen) entstehen, durch die erkennbaren Zahnspuren unterscheidbar sind. Die Rehböcke wählen zum Fegen nur ganz schwache, niedrige Stämmchen und scharren dabei den Bodenüberzug auf („plätzen“).

 

Alle Wildarten, die fegen, wählen sich dazu bevorzugt die selten im Revier vorkommenden Holzarten aus, insbesondere bevorzugen sie Bäume und Sträuche, deren Harz ihnen besonders angenehm zu sein scheint (als Folge entstehen Wildschäden). Grundsätzlich gilt die Regel “Alt fegt vor Jung” was bedeutet, das ältere Tiere bereits um Juni/Juli des Jahres fegen, bei jüngeren kann sich der Beginn des Fegens bis in den September verschieben.

 

Das weibliche Rehwild wird Rehgeiss genannt und bringt im Mai/Juni in der Regel zwei Rehkitze zur Welt. Die Kitze werden in den ersten Lebenswochen in hochstehenden Wiesen zurückgelassen und regelmässig zum Säugen besucht. In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass der Jäger weiss, wann solche Wiesen gemäht werden um die Rehkitze vor dem Mähtod zu schützen.

 

Die Paarungszeit der Rehe ist im Sommer. An schönen Sommerabenden kann man im Wald das „Bellen“ der Rehböcke manchmal von weitem hören: Sie rufen ihren Anspruch auf das Revier in die Dämmerung hinaus. Die Geissen setzen meist zwei Jungtiere (Kitze)

im Frühjahr des folgenden Jahres ab. Diese verbringen die ersten Lebenswochen im hohen Gras oder Dickicht versteckt. Mit ihrem weiss gefleckten Fell sind sie optimal getarnt. Das Muttertier kehrt nur zum Säugen zu ihren Jungtieren zurück.



Rehe haben den Ruf, Feinschmecker zu sein und sich von vielen verschiedenen Pflanzen zu ernähren, die sie genau auswählen. Wichtig ist vor allem eine nährstoffreiche und leicht verdauliche Ernährung. Nebst Kräutern und Gräsern gehören auch verholzte Triebe

von Sträuchern und jungen Bäumen auf den Speisezettel.

Beim Rehwild unterscheidet man zwischen Bock (männliches Reh: Spiesser, Gabler, Sechser, Bockkitz, Knopfbock, Kümmerer, Mörder, zurückgesetzter Bock, Erntebock, Kahlbock) und Geiss (weibliches Reh: Geisskitz, Schmalreh, Ricke, Galt geiss). Der Kopfschmuck des Bocks wird als Gehörn bezeichnet und besteht aus zwei Stangen mit der Vorder- und Hintersprosse und dem Stangen­ende. Die Zunge ist der Lecker und die Klauen sind die Schalen. Das Reh äst (fressen), schöpft (trinken), nässt (Wasser lösen), wittert (riechen), äugt (sehen), sichert (aufpassen), verhofft (stehen bleiben), ist vertraut (zutraulich), wirft auf (aufschauen), geht ins Lager (sich hinlegen), liegt im Wundbett (sich hinlegen nachdem es von der Kugel getroffen wurde), wird hoch (aufstehen), zieht (lang­sam gehen), trollt (springen), geht hochflüchtig (schnell springen), rinnt (schwimmen), schöpft (trinken), hat seinen Einstand (Ruhezone), ist heimlich (misstrauisch), drückt sich (sich verstecken), wechselt (hinüber gehen), zieht zur Äsung (fressen gehen) und schreckt (spezielle Lautäusserung bei Gefahr). Seine Tritte bilden die Fährte. Die Geiss fiept (spezieller Laut um mit Jungem Kontakt aufzunehmen), wird während der Brunft (Paarungszeit) beschlagen (begatten), geht hochbeschlagen (hochträchüg), setzt (gebären) und führt Kitze (Junge).

Rehbock im Petersberg am 25. März 2011 /es
Rehbock im Petersberg am 25. März 2011 /es

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