Fuchsräude

Eine eklige Hautkrankheit rafft zurzeit Hunderte Füchse dahin. Die Räude-Milben bohrt sich auch in die Haut von Hunden und Menschen. 

 

Die Krankheit ist Ausdruck eines zu hohen Fuchsbestands. Die Räude ist eine Hautkrankheit, die durch verschiedene Milbenarten verursacht werden kann, wie die tiermedizinische Fakultät der Universität Bern auf ihrer Homepage schreibt. Bei den Wildtieren spiele vor allem die Grabmilbe Sarcoptes scabiei eine Rolle.

 

Der Parasit hat seinen Namen nicht von ungefähr: Die Grabmilben graben Bohrgänge in die Haut des befallenen Tieres, in die sie ihre Eier und ihren Kot absetzen. Ernähren tun sich die Milben von den Hautzellen und der Gewebeflüssigkeit der infizierten Tiere. Diese reagieren – vermutet wird als Folge einer Allergie auf die Milben und ihre Abfallprodukte – mit stark juckenden Hautveränderungen. Die Räude endet für die Wildtiere nach einer qualvollen Leidenszeit fast immer tödlich. Todesursache sei Blutarmut und allgemeine Auszehrung. Letzteres, weil die geplagten Tiere kaum noch Zeit für die Nahrungssuche fänden. Übertragen wird die Räude durch Kontakt von Tier zu Tier. Deshalb sind Epidemien nur bei sozial lebenden Tieren wie Füchsen, Wölfen oder Gämsen bekannt. Die Krankheit kann aber auch Mensch und Hunde befallen, wobei sie beim Menschen meistens spontan abheilt. Bei Verdacht auf Räude bei einem Hund ist einen Tierarzt aufzusuchen.

 

Die Räude ist eine hoch ansteckende Krankheit, die in der Schweiz seit mindestens 35 Jahren bei Wildtieren beobachtet wird und zurzeit auf dem Vormarsch ist. In Gebieten, in denen Füchse befallen sind, besteht auch eine Gefahr für Hunde und Katzen.

 

 

Die Jagdaufseher im Kanton Aargau müssen tatenlos zusehen. Im Kampf gegen die momentan stark grassierende Fuchsräude kommt ihnen das Jagdverbot, welches wegen der Paarungs- und Wurfzeit der Tiere seit Anfang März bis zum 16. Juni gilt, gänzlich ungelegen. Kranke Füchse dringen weiter als ihre gesunden Artgenossen in die Quartiere ein, um an Nahrung zu gelangen. Dort sind sie wegen des immens hohen Ansteckungsrisikos der Räude eine Gefahr für Hunde und Katzen. «Leider machen es die Menschen den Tieren zu einfach, indem sie die Fresströge ihrer Haustiere, Abfallsäcke oder Lebensmittel im Freien stehen lassen», sagt Jagdaufseher Samuel Häusermann, «ich habe sogar schon gesehen, dass Füchse im Wohnzimmer gefüttert werden.»

 

Die Jäger dürfen während der Schonzeit nur jene Tiere schiessen, die eindeutig als räudig identifiziert werden. Laut den Wildhütern oft ein Ding der Unmöglichkeit, da die Krankheit an den Füchsen nur im Endstadium eindeutig identifizierbar ist. Viele augenscheinlich gesunde, aber bereits von der Krankheit befallene Tiere sind bis zur nächsten Jagdsaison nicht zum Abschuss freigegeben.

 

 

Von der Fuchsräude werden auch andere Wildtiere wie dieser Steinmarder, sowie auch Haustiere, besonders Hunde angesteckt.

 

Die Räude befällt regionale Populationen in einem 5-Jahre-Zyklus und bleibt bis zu 24 Monate. Ende Herbst 2009 trat die Seuche im Aargau wieder auf. Dominik Thiel, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Jagdaufsicht des Kantons Aargau, erinnert sich: «Im darauffolgenden Winter erreichten uns von den Jagdaufsehern 31 Räude-Meldungen.»

 

Wegen der Brisanz des Themas lanciert das nationale Institut für Fisch- und Wildtierzucht der Uni Bern eine schweizweite Umfrage zur Räude. So können laut Thiel besonders stark befallene Gebiete eruiert werden. Sollte die Räude nicht abklingen und sich weiter so rasant ausbreiten, erhalte sie bald einmal den Status «meldepflichtig».

 

Räudige Füchse in Wohnquartieren bedrohen Haustiere. Durch Körperkontakt oder Fuchsexkremente nehmen Hunde und Katzen die Erreger auf. Die Grabmilbe, die die Räude auslöst, gräbt sich unter die Haut und legt Eier ab. Das Fiese an den Grabmilben ist, dass sie wochenlang ohne Wirt überleben können. Fuchsbauten sind nach dem Wegzug des Tieres 20 Tage lang ein Gefahrenherd.

 

Hunde sind wegen ihrer Verwandtschaft mit den Füchsen am gefährdetsten. Weniger häufig trifft es Hauskatzen. Ein infiziertes Haustier weist Symptome wie Haarausfall, Verkrustungen oder übermässige Verhornung auf. «Wenn die Räude rechtzeitig erkannt wird, besteht für Haustiere keine Lebensgefahr», sagt Patrick Preisig, stellvertretender Kantonstierarzt im Aargau. Mit einer gängigen Parasitenbehandlung ist die Räude nach einigen Wochen überstanden. Die Staupe bereitet Preisig mehr Sorgen. Von ihr blieb der Kanton Aargau bisher aber weitgehend verschont. Patrick Preisig empfiehlt zur Vorbeugung die regelmässige Impfung des Tieres. Damit stösst er aber bei vielen Hundehaltern auf taube Ohren. «Die Skepsis wegen allfälliger Nebenwirkungen der Impfung ist gross. Viele Halter lassen erst impfen, wenn die Räude ihr Tier schon einmal befallen hat.» Laut Preisig kursieren zur Impfung etliche Pro- und Kontra-Theorien, aber leider habe keine davon bisher zu einer Impfpflicht geführt.

 

Jagdaufseher Samuel Häusermann bezeichnet die Räude als reine Bedrohung für Wild- und Haustiere. «Der Wildhüter will eine gesunde Population.» Diese Ansicht teilt Patrick Preisig nur bedingt. Die Räude habe auch einen helfenden Charakter. «Das Massensterben hilft zusätzlich zur Fuchsjagd, die Population im Zaum zu halten.» In einem Punkt sind sich Tierarzt Patrick Preisig und Jagdaufseher Samuel Häusermann aber einig: In erster Linie liegt es am Menschen, die Ausbreitung der Räude zu bremsen.

 

Die verschiedenen Arten der  Sarcoptes-Milben unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Morphologie nur unwesentlich voneinander. Daher ist im Folgenden stellvertretend für alle der Erreger der Krätzmilbe des Hundes,  Sarcoptes canis kurz beschrieben (nach Informationen von Bayer Ekto). Vorher sei noch darauf hingewiesen, dass Besitzer infizierterHunde auch ohne Feststellung von Symptomen am eigenen Körper vorsichtshalber den Arzt aufsuchen sollten.

 

Morphologie:

Die  Sarcoptes  – Milbe hat einen rundlichen Körper und stummelförmige Beine. Das erste und zweite Beinpaar weisen lange untergliederte Stiele mit Haftscheiben auf und überragen den Körper deutlich. Beim Männchen haben auch das dritte und vierte Beinpaar lange ungegliederte Stiele mit Haftscheiben. Die Nymphenstadien haben wie die adulten vier Beinpaare. Die Larve nur drei. Die Eier sind oval geformt.

 

Größen:

Weibchen 315 – 470 x 225 – 345 µm

Männchen 205 – 245 x 145 – 170 µm

Nymphen 200 – 240 x 140 – 160 µm

Ei ca. 150 µm

 

Entwicklungszyklus:

Ein Weibchen legt während seiner drei- bis vierwöchigen Lebenszeitca. 50 Eier. Die Entwicklung vom Ei über ein Larven- und zwei Nymphenstadienzum adulten Männchen dauert 10 – 14 Tage. Beim Weibchen dauert sie 21 Tage. Ohne Wirt überlebt die Milbe maximal 18 Tage. 

 

Verbreitung:

Die Sarcoptes – Milbe lebt in der obersten Hautschicht, wo sie sich von Zell- und Gewebsflüssigkeit ernährt. Weibliche Milben bohren Gänge in die Haut, in die sie ihre Eier legen. Die Nymphen und Männchen halten sich auf der Körperoberfläche auf. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit befallenen Hunden, Füchsen, anderen Caniden oder Musteliden.

 

Krankheitssymptomatik:

Als Leitsymptom gilt hochgradiger Juckreiz. Vermehrte Schuppenbildung ist anfangs an den Ohrrändern, dem Augenbogen und am Nasenrücken, also im Kopfbereich zu beobachten. Auch Extremitäten – besonders Ellbogen und Sprunggelenk, Unterbauch  und Schenkelinnenseiten sind häufig betroffen. Durch den hochgradigen Juckreiz scheuern die befallenen Tiere die betroffenen Hautstellen auf und es kommt in aller Regel zu Sekundärinfektionen. 

 

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