Krähenschäden

Zunahme von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen

In den letzten Jahren haben durch Rabenkrähen verursachte Schäden an land-wirtschaftlichen Kulturen allgemein zugenommen. Von Krähenschäden ist vor allem der Mais betroffen: Samen und auflaufende Pflanzen werden aufgepickt und ab- oder ausgerissen. Die im Frühjahr ausgerissenen Jungpflanzen fehlen im Herbst bei der Ernte respektive im Winter als Viehfutter. In kurzer Zeit können Kulturen so stark geschädigt werden, dass eine neue Ansaat notwendig wird.

 

Herumfagabundierende Rabenkrähen

Für die Schäden an den Ackerkulturen sind in den überwiegenden Fällen Rabenkrähen verantwortlich. Rabenkrähen sind intelligente und anpassungsfähige Tiere. Ihre Ernährung ist äusserst vielseitig. Je nach Angebot und Erreichbarkeit stehen unter anderem Insekten, Würmer, Schnecken, Kleinsäuger, Aas, Sämereien, Früchte oder Siedlungsabfälle auf ihrem Speisezettel. Die durch den Menschen gestaltete Umwelt bietet den Rabenkrähen ein grosses Nahrungsangebot und damit gute Lebensbedingungen. Die Bestände der  Rabenkrähe haben zugenommen. In der Schweiz leben gemäss Schätzungen mehrere hunderttausend Einzeltiere.

 

Es ist zudem zwischen brütenden und nichtbrütenden Tieren zu unterscheiden. Brutpaare verteidigen ihr Revier gegenüber Artgenossen, Nichtbrüter schliessen sich zu Schwärmen zusammen. Insbesondere diese herumvagabundierenden, revierlosen  Rabenkrähenschwärme verursachen Schäden an den Ackerkulturen.



Vorbeugen und Vertreiben

Die Landwirte versuchen, durch anbautechnische Massnahmen und durch Vertreiben während der Saat und dem Auflaufen, Krähenschäden zu vermindern. Anbautechnische Massnahmen sind im Mais zum Beispiel:

 

– Zwischen Bodenbearbeitung und Saat wenn möglich eine Pause von 1 bis 2 Tagen einhalten. Durch die Bodenbearbeitung werden vermehrt Bodenlebewesen an die  Oberfläche befördert, was die Krähen anlocken kann.

 

– Saubere Saat, keine Körner auf der Oberfläche liegen lassen und ein rasches Auflaufen der Kulturen sicherstellen.

 

– Die Verwendung von mit Vergällmitteln gebeiztem Saatgut.



Als vorbeugende Massnahme hat sich insbesondere auch das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel bewährt. Generell gilt die Schaffung einer gut strukturierten Landschaft als  wirkungsvollste vorbeugende Massnahme.

 

Vertreibungsmassnahmen müssen abgewechselt und kombiniert werden. Diese Massnahmen wie Krähenrupfungen, Gasballone, farbige Plastikbänder, Vogelscheuchen,

Knallapparate und parkierte Fahrzeuge sind in der Regel nur kurze Zeit wirksam, da die Krähen schnell lernen. Eine dauerhafte Bekämpfungsmassnahme gibt es zur Zeit nicht.



Bejagung

Führen die oben dargestellten Massnahmen nicht zum Erfolg, stellt die aktive Bejagung der marodierenden Krähenschwärme oft die letzte Möglichkeit dar, um grössere Schäden und Ertragsausfälle zu vermeiden. Als Selbsthilfemassnahme steht der Einzelabschuss mit einer geeigneten Waffe grundsätzlich auch jedem Landwirt offen. Zur quantitativen  Regulierung ist der Einzelabschuss jedoch nicht geeignet. Unter Umständen wird ein  gewisser Vergrämungseffekt erzielt, was beim Mais mit zeitlich begrenztem Schadenspotential (Keimung/Auflaufen) zu einem kurzfristigen Erfolg führen kann. Die  Krähenjagd mit Lockkrähen kann eine Variante darstellen, um in etwas grösserem Umfang regulierend in die überbordenden Bestände einzugreifen. Diese spezialisierte Jagdmethode gehört in die Hände der Fachleute, sprich der Jäger.

 

Die Bauern dürfen auch bei Krähenschäden auf die aktive Mithilfe der Jagdgesellschaften  zählen. Wichtig ist eine aktive Kommunikation und rechtzeitige Kontaktaufnahme,  insbesondere, wenn bereits vor und während der Aussaat Krähenschwärme auf der entsprechenden Parzelle beobachtet werden. Wir empfehlen den Landwirten auch das Fachwissen der Jagdgesellschaften sowie des Natur- und Vogelschutzvereins zu nutzen.

 

Informationen zur gesamten Problematik finden sich zudem auch unter

www.ag.ch/jagd_fischerei oder

www.vogelwarte.ch.

 

Krähenjagd effizient und wirkungsvoll am 12. Juli 2012 im Birmenstorfer Feld ...
Krähenjagd effizient und wirkungsvoll am 12. Juli 2012 im Birmenstorfer Feld ...

 

 

 

 

Interner geschützter Bereich JG Wasserschloss

 

 

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